Fahrplan zur Einrichtung eines neuen Süßwasser-Beckens

Der richtige Platz für ein Aquarium:

Das Aquarium sollte im Zimmer so aufgestellt werden, dass es Tageslichteinfall hat, aber keine direkte Sonneneinstrahlung, da diese das Wasser aufheizt und eine vermehrte Algenbildung fördert. Auch sollte das Aquarium nicht direkt an oder über einer Heizung platziert sein, um keinen großen Temperaturschwankungen zu unterliegen und es sollte mindestens eine Seite des Aquariums an einer Wand stehen, damit sich die Fische zurückziehen können.

Das richtige Aufstellen:

Die meisten Aquarien werden auf einer ebenen Platte aufgestellt. Doch auch in dieser sind Unebenheiten enthalten, die aufgrund des Gewichtes ausgeglichen werden müssen, da bereits kleine Körner, Wellen oder sonstiges zum Bruch oder Riss des Aquariums führen können. Hierzu wird in den meisten Fällen eine spezielle Unterlage verwendet, die diesem Ausgleich dient. Die Frage des Gewichtes eines Beckens hängt von mehreren Faktoren ab. So spielt der Bodengrund, die Höhe des Bodengrundes und auch die Einfüllhöhe des Wassers eine Rolle. Als Faustformel kann man Literzahl * 1,3 = ungefähres Gewicht des Beckens bei normaler Einrichtung in kg angeben. Hinzu kommt dann noch das Gewicht des Unterschrankes. Die Konstruktion des Unterschranks sollte deshalb sehr stabil ausgelegt sein. Bei Becken, die komplett mit Unterschrank erworben werden ist dies auf jeden Fall gegeben. Bei vorhandenen Schränken sollte dies allerdings ausgetestet werden. Einfach das Gewicht des Beckens mit obiger Formel ausrechnen und anschließend das dem entsprechende Gewicht auf den Schrank stellen (z.B. durch Gewicht von Personen). Wird der Schrank dabei instabil, sollte man sich nach einem anderen Gestell umsehen, bleibt er allerdings stabil, auch wenn man etwas darauf rumwackelt, ist er geeignet. Es ist bei größeren Becken sehr wichtig zu wissen, wie hoch die Tragkraft der Decke/des Bodens ist. Dies kann ab einer Beckengröße von 240 Litern von Bedeutung sein.

Bauanleitungen für Unterschränke gibt es hier

Bodengrund:

Der Bodengrund richtet sich nach den Fischen, die eingesetzt werden sollen. So benötigen einige Fische unbedingt Sand als Bodengrund (z.B. Corydoras-Arten, einige Barsche, Prachtschmerlen, gründelnde Fische, …). Bei anderen Fischen hingegen lässt sich der Bodengrund nach Geschmack des jeweiligen Aquarianers einrichten. Vermieden werden sollte allerdings farbiger Kies, da dieser Giftstoffe an das Wasser abgeben kann.
Kies:
Bevor der Kies ins Aquarium gelegt wird, sollte er gewaschen werden, damit feine Staub und Schwebstoffe ausgeschwemmt werden können. Dazu wird der Kies in ein Sieb oder einen Stoffsack (z.B. Kartoffelsack) gelegt und mit Wasser abgespült, solang bis das unten ausfließende Wasser klar ist. Danach kann der Kies ins Aquarium getan werden und das AQ mit Wasser gefüllt werden. Der Bodengrund sollte eine Höhe von mindestens 4cm bis maximal 8-10cm haben. Für eine gute Durchlüftung und Durchwühlen des Bodens kann man einige Turmdeckelschnecken in das Aquarium geben.

Sand:
Beim Sand kann auch auf den deutlich günstigeren Quarzsand aus dem Baumarkt zurückgegriffen werden, allerdings sollte dabei beachtet werden, dass hier keine Chemikalien gegen Pilz- und Schimmelbildung mit untergemischt sind. Auch sollte hierbei auf eine einheitliche Korngröße geachtet werden, so dass keine allzu großen Unterschiede im Durchmesser des Korns vorhanden sind. Bei Sand kann man eine Probe machen, ob er noch „gewaschen“ werden muss, oder ob man ihn sofort in das Aquarium schütten kann. Dazu gibt man etwas Sand in einen Eimer, lässt Wasser darauf fließen und rührt kräftig um. Ist nach einer bis zwei Stunden das Wasser wieder klar, so kann der Sand sofort verwendet werden. Er sollte jedoch im Gegensatz zum Kies eine maximale Höhe von 4-6cm haben, um Fäulnisbildung im Sand vorzubeugen. Bei Sandboden sind außerdem Turmdeckelschnecken unerlässlich, da sie den Boden durchwühlen und durchlüften. Um eine große Aufwirbelung des Sandes beim Einfüllen des Wassers ins Aquarium zu vermeiden, legt man entweder eine Plastiktüte oder besser einen Teller auf den Sand und lässt das Wasser darüber ins Aquarium laufen.

Turmdeckelschnecken sind darüber hinaus gute Indikatoren für die Wasserqualität!!!

Einrichtung:

Die Einrichtung des Aquariums hängt von den einzusetzenden Fischen ab. Diese richtet sich nach der Herkunft der einzelnen Fischarten. So brauchen verschiedene Arten verkrautetes Gewässer, felsiges Gelände oder ähnliche Bedingungen um sich im Aquarium „wohl“ zu fühlen. Darüber hinaus gibt es Fische, die gerne Pflanzen fressen, bei diesen sollte man auf  Pflanzen mit kräftigen Blättern zurückgreifen, wenn man nicht jede Woche neue Pflanzen kaufen gehen will. Die Pflanzen sollten auch erst in das Aquarium eingesetzt werden, wenn das Wasser frei von Trübungen ist.
Bei der Einrichtung sollte auch darauf geachtet werden, dass die Fische Rückzugsmöglichkeiten, sowie Versteckmöglichkeiten haben, um sich einerseits vor anderen Fischen zu schützen bzw. sich den Blicken der Menschen entziehen können.

Wasser/Wasserwerte und Sonstiges:

Zum so genannten Einfahren oder Einlaufen des Aquariums sollte man sich unbedingt folgende Seite genauestens durchlesen: Informationen zum Nitritpeak

Die Einlaufzeit eines Aquariums kann durch eingefahrene Filtermatten beschleunigt werden. Auch ein „Füttern“ des Wassers mit normalem Fischfutter hilft die Nitritfressenden Bakterien schneller zu bilden. Ein Füttern des Wassers bedeutet alle zwei Tage ca. 2-3 Flocken Futter in das Becken zu geben. Dies bewirkt einen schnellen und hohen Anstieg des Nitritwertes, was aber nichts ausmacht, da keine Fische im Becken sind, dies hat aber zur Folge, dass sich die Nitrit fressenden Bakterien schneller vermehren und sich somit das Gleichgewicht schneller einstellt.
Es ist leichter die passenden Fische für seine Wasserwerte zu suchen, als die Wasserwerte den Fischen anzupassen!!!
Zum Messen der Wasserwerte werden verschiedene Möglichkeiten angeboten, die beste Möglichkeit ist es mit Tröpfchentests zu messen, hier werden immer wieder die Tests von JBL gelobt. Teststreifen sind viel zu ungenau und lösen darüber hinaus auch schlecht auf.

Um den passenden Besatz herauszufinden, sind folgende Wasserwerte wichtig:
  • GH = Gesamthärte
  • KH = Karbonhärte
  • PH

Wenn die Wasserwerte ermittelt sind, kann man nach den richtigen Fischen suchen. Ein Anhaltspunkt hierbei bietet die folgende Seite:

www.aquaristik-verzeichnis.de

Im Weiteren Verlauf ist der Nitritwert sehr wichtig, da Nitrit zur Vergiftung der Fische führt!!! Eine Erhöhung dieses Werts kommt aber nur dann zu Stande, wenn irgendetwas im Becken nicht stimmt. So erhöhen tote Fische oder eine zu hohe Futtermenge den Nitritwert.
Chemische Mittel zur Senkung des Nitritwertes sind zum Einfahren eines Beckens nicht zu empfehlen!!!

Autor: Kuetti