Umzug mit dem Aquarium

Als erstes natürlich genau überlegen, wo das Aquarium in der neuen Wohnung stehen kann und soll(Statik, andere Möbelstücke, Lichtverhältnisse, Wasseranschlüsse...beachten). Optimal wäre es, in der neuen Wohnung schon mal ein Übergangsaquarium für die Fische aufzubauen, damit das eigentliche Becken in Ruhe wieder neu einlaufen kann. Das dauert ja bei einem eingefahrenen umgezogenen Becken nicht so lange, da Bakterien bereits vorhanden sind. Die Pflanzen freuen sich sicherlich über eine ungestörte Anwachsphase. Ist das nicht möglich kann man die Fische gleich in das "alte" Becken setzen, muss dann aber natürlich richtig auf die Wasserwerte aufpassen und erst einmal häufiger Wasserwechsel machen. Funktionieren tut das ganze, hab ich selber auch schon gemacht, man muss nur wirklich sehr sorgfältig sein! Ach, bevor ich's vergesse: Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man ungefähr einen Tag für den Umzug mit einem mittelgroßen Aquarium ansetzen sollte. Die ganzen Arbeiten dauern länger, als man zuerst meint.
Und natürlich muss die Fahrzeit auch mit eingerechnet werden. Dann alles für den Transport von Fischen, Pflanzen, Bodengrund, Wasser, Aquarium selbst und Zubehör besorgen. Ich habe mit verschließbaren Kübeln recht gute Erfahrungen gemacht. Diese müssen natürlich wie alles in der Aquaristik sauber sein. Da es i.d.R. länger dauert, bis man ein Aquarium umzugsfertig ausgeräumt hat, ist eine Luftpumpe und evtl. ein Heizstab für die Fische während der Wartezeit sehr sinnvoll. Filter unbedingt in einem Kübel laufen lassen, wegen der Bakterien. Wenn das nicht möglich ist, das Wasser aus dem Filter lassen. Filtermaterial sollte aber feucht bleiben, also nicht innen trocknen. Bei den Pflanzen ist es wichtig sie nicht austrocknen zu lassen. Also feuchte Tücher etc. mit in die Transportkiste. Kantenschutz fürs Becken ist auch kein Fehler. Und ab einer bestimmten Beckengröße starke Helfer anheuern, die es an dem Tag am besten nicht eilig haben sollten. So ein Becken geht bei Hektik leider sehr schnell mal kaputt. Außerdem unbedingt vorher ausmessen, ob alles ins Auto oder auf den Anhänger passt.
Zuerst alle Versteckmöglichkeiten für die Fische aus dem Becken entfernen. Dann alle Pflanzen raus und gleich mal einpacken. Es dauert meistens ja ein Weilchen, bis sich der Staub wieder gelegt hat. Heizstab, CO2-Anlage, Bodenheizung etc. vom Netz nehmen. Wasser ablassen und so viel wie möglich davon sammeln. Bei niedrigem Wasserstand die Fische fangen, in die Kübel setzen und wenn möglich so zwischenparken, dass sie vom Umzugsgetrampel relativ verschont bleiben. Die haben ja schließlich schon genug Stress. Filter auch abbauen und aus dem Weg stellen. Das restliche Wasser so gut wie es geht absaugen - ich habe meinen Bodengrund in ein Eck vom Aquarium geschoben, damit:
1. er schon mal ein bisschen trocknet und
2. sich das Wasser am Glasboden sammeln kann.
Die letzen Reste können recht gut mit einer Kehrrichtschaufel(aus Plastik damit nichts verkratzt wird) rausgeschaufelt werden. Danach den Bodengrund in wasserdichte Behälter packen. Vorsicht, der ist oft schwerer als man denkt!
Wenn man mit Bodenheizung arbeitet muss der Boden ganz trocken und körnerfrei gewischt werden, da die Saugnäpfe sonst beim Einbau nicht halten. Meine Erfahrung ist, dass man das lieber beim Abbau schon macht. Da ist noch nichts eingetrocknet und man ist noch motivierter. Das ganze Zubehör bruchsicher verpacken. Wenn es sich um ein größeres, schweres Becken handelt sollte jemand mit Vierkanthölzern anwesend sein, zum Unterlegen, falls zwischenzeitliches Abstellen nötig wird. Die Auflagefläche am Transportplatz für das Aquarium sollte so sein, dass keine Spannung auf das Becken wirkt (glatter Untergrund und darüber eine Styroporplatte, Decke oder auch Vierkanthölzer zum draufstellen). Das Aquarium gegen verrutschen sichern. Ich habe seitlich immer noch mit Decken gepolstert, man weiß ja nie. Alles einladen, zur neuen Wohnung fahren.
Dort zuerst den Unterschrank aufbauen, dann erst das Aquarium holen. Klingt banal, kann aber, besonders bei größeren Aquarien in umgekehrter Reihenfolge etwas ungeschickt sein, wenn man es andersrum versucht. Wenn ein Übergangsbecken vorhanden ist, dann die Fische einsetzen (langsam, wie immer). Ansonsten Fische wieder so gut wie möglich außerhalb des Umzugslärms und Getrampels stellen, wieder Luft reinpusten in die Kübel und nach Bedarf das Wasser heizen. Filter laufen lassen, wenn möglich. Ein letztes Mal kucken, ob das Aquarium so wirklich gut steht, ob man überall hinkommt. Dann Bodenheizung einbauen, Bodengrund drüber, Wasser rein. Wenn das Becken ca. 1/3 voll ist, Pflanzen einsetzten. Wichtig bei den Pflanzen ist, die Wurzeln ganz extrem zu kürzen, da alte Wurzeln von der Pflanze nicht mehr benutzt werden können und irgendwann faulen. Technik einbauen, bevor das Becken ganz aufgefüllt ist, das Geplansche ist dann nicht so groß. Danach das Becken ganz befüllen, die Technik in Betrieb nehmen. Wenn die Fische so schnell wie möglich rein sollen, trotzdem erst warten, bis das Wasser Betriebstemperatur hat. Wenn mit Leitungswasser aufgefüllt wurde, natürlich noch mal Wasserwerte messen. Wenn alles passt, Fische einsetzen und die ersten Wochen das Becken genau beobachten.

Autor: Novaja